(c) Raphael Mittendorfer
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40 min
In englischer und deutscher Sprache
'Petruschka', das russische Wort für Petersilie, ist auch der Name einer traditionellen russischen Puppenfigur, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewann, als sie im Ballett 'Petruschka' von 1911 durch die Ballets Russes neu interpretiert wurde. Dieses Ballett navigierte einen Raum zwischen verwestlichten Ästhetiken und peripheren kulturellen Motiven und verkörperte ein komplexes Zusammenspiel von Modernität und exotisiertem Russentum. In ihrer zeitgenössischen Reaktivierung von Petruschka nutzt die post-sowjetische Tänzerin Sasha Portyannikova diese historisch aufgeladene Figur, um ihre eigene Position als Choreografin zu untersuchen, die in Westeuropa lebt und arbeitet, insbesondere im Hinblick auf die schrumpfenden politischen Freiheiten in Russland und den anhaltenden Krieg gegen die Ukraine.
Durch eine Reise über verschiedene Bewegungssprachen hinweg hinterfragt Portyannikova eurozentrische Klassifikationen von 'Avantgarde' versus 'klassischer' Choreografie. Sie fragt, wie der Kanon der modernen Tanzkunst aussehen könnte, wenn man ihn von seinen kulturellen Rändern aus betrachtet anstatt von seinem westlichen Zentrum. Im Rahmen der Aufführung wird das Publikum in ein partizipatives Fragekarten-Spiel einbezogen, in dem es persönliche und kollektive Dilemmata im Zusammenhang mit Migration, Fremdheit und geopolitischem Konflikt navigiert. Diese interaktive Ebene vertieft das Erlebnis und verwandelt die Zuschauer*innen in kritische Teilnehmer*innen an einer Aufführung, die die Grenzen zwischen Kunst, Politik und gelebter Realität verwischt.
Sasha Portyannikova belebt Petruschka wieder, eine traditionelle russische Puppe und Figur aus dem Ballett von 1911, um die post-sowjetische Identität in Westeuropa zu erkunden. Durch die Verschmelzung verschiedener Bewegungsstile hinterfragt sie eurozentrische Tanznormen und lädt das Publikum zu einem interaktiven Spiel über Migration, Fremdheit und Konflikte ein.
Konzept & Tanz Sasha Portyannikova Outside Eye Anna Leon Sounddesign Maxim Kolomiiets
Eine Produktion von OFFTANZ Tirol im Rahmen des Programms Laughing Gecko.
Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Bundesministeriums für für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck. Gefördert im Rahmen des Residenzprogramms von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona, Dresden.
Sasha Portyannikova belebt Petruschka wieder, eine traditionelle russische Puppe und Figur aus dem Ballett von 1911, um die post-sowjetische Identität in Westeuropa zu erkunden. Durch die Verschmelzung verschiedener Bewegungsstile hinterfragt sie eurozentrische Tanznormen und lädt das Publikum zu einem interaktiven Spiel über Migration, Fremdheit und Konflikte ein.